Dienstag, 23. Dezember 2008

Yes auch I can!

Supervision wird das Thema meines nächsten Jahres und dann auch der nächsten Jahre - so weit zunächst mal der Plan. Und wer bringt diesen Begriff jetzt mal so richtig in die Diskussion? Genau: Der Heiland und das pünktlich zum Fest. Den amerikanischen Heiland 2008 meine ich natürlich, nicht Franz Beckenbauer ;-)

Obama also gab kürzlich bekannt, dass er zukünftig mehr "adult supervision" geben solle und meint damit, dass die Kontrollen für ökonomische Entscheidungen aller Art in Zukunft stärker werden sollen. Das klingt zunächst mal vor allem nach einem großen Apparat an Kontrolleuren und Kontrollprozessen. Diese würden dann vermutlich dazu führen, dass Kontrolleure bestochen und Prozesse ignoriert werden. Aber eine im oben verlinkten Artikel zitierte Aussage Obamas lässt aufhorchen. Ich versuche mich mal an der Übersetzung:
Jeder -vom Vorstandsvorsitzenden über die Shareholder bis zu den Investoren- wird sich zukünftig fragen müssen: "Ist es nicht nur profitabel, vermehrt es nicht nur meinen Bonus, sondern ist es auch richtig? Ist es vereinbar mit den höheren Handlungsnormen[, denen wir uns verpflichtet fühlen]?"
Er möchte also tatsächlich erreichen, dass die Kontrolle in Wirklichkeit weniger von Außen, als vielmehr durch die moralische Instanz im CEO erfolgt. Ein schöner Ansatz, hoffnungsgebend. Aber irgendwie auch ziemlich unrealistisch, oder? So lange es Bonussysteme gibt, also eine scheinbar objektive Leistungsskala (auch Schulnoten sind ein gutes Beispiel), werden Menschen versuchen, mit allen denkbaren Mitteln möglichst weit oben auf dieser Skala zu sein. Es macht das Leben so schön einfach, wenn man immer ablesen kann, wie wertvoll man ist.

Wenn man nun aber versuchen würde, das Wort Supervision nicht im Sinne von Überwachung, Aufsicht, Kontrolle zu verstehen, sondern es als Methodenapparat zur Reflexion, als Werkzeug zum Hinterfragen der eigenen Position verstehen würde, dann wäre es nicht nur eine konkrete und innovative Maßnahme. Auch wäre dies ein guter Schritt auf dem Weg zu mehr Bewusstsein über das Leben in einem sozialen und nicht nur in einem ökonomischen Kontext, dass eine Definition des eigenen Wertes abseits von Besitzmaximierung ermöglichen würde. Darüber hinaus wäre es eine wunderbare Marketingmaßnahme für meine zukünftige fachliche Ausrichtung, harharhar :-))

Eine Wasserstandsmeldung zum Schluss: Heute war es hell genug und er ist noch da :-) 

Montag, 22. Dezember 2008

Fingerzeig: Da geht's lang

So, ich habe mich wieder gefangen und die bisherigen Artikel noch einige Male gelesen. Ich kann Entwarnung geben, daher: Bitte jetzt aufatmen! Noch scheint mir keine deutliche Kurskorrektur notwendig. Gut, das eine schlappe Wortspiel hier und die andere gezwungen wirkende Formulierung da, aber deswegen muss man doch nicht gleich alles in Frage stellen.

Einträge wie "Post von Franz und Frank-Walter" werden sich nicht häufen. Sollte ich der Meinung sein, etwas sinnvolles Kritisches zu sagen zu haben, dann sollte ich dies an geeigneterer Stelle tun und damit vielleicht sogar etwas in Bewegung bringen. Sonst ist Kritik eh nichts wert.

Ansonsten ist alles harmlos und dem Ziel entsprechend, nämlich da ein Schmunzeln, hier ein Lächeln. Sprachlich ist auch noch gerade alles diesseits der Grenze des Erträglichen. Ein wenig mehr Anteil an Positivem stünde dem Vorhaben gut zu Gesicht. Aber das wird schon :-) Kaum habe ich das geschrieben, sehe ich den blauen Himmel durch die Wolkendecke brechen. Hoffentlich bin ich nicht draußen, wenn das Erbrochene... hörst du wohl auf mit den beschränkten Wortspielen! Aus! Ja, so isser brav :-)

So, jeden Montag werden ab jetzt die Beiträge der vergangenen Woche reflektiert. Hat auch den Vorteil, dass ich ab sofort wenigstens am Montag nicht mehr überlegen muss, worüber ich eigentlich schreiben will. Ein toller Plan.

Reflexion am Montag oder: die Geburtsstunde des BMR Manifestes

Ich habe gerade den Weblog eines Bekannten gefunden. Jetzt bin ich schockiert. Der Stil seiner Texte ist dermaßen überintellektuell, dass ich die ganze Zeit lachen musste. Leider weiß ich nicht, ob es seine Absicht war, dass ich lache. Überintellektuell ist nicht nur die Sprache, die selbst in einer philosophischen Hausarbeit im Grundstudium überzogen wäre, sondern auch noch in der Art, wie von einem scheinbar höheren Standpunkt über Andere und  Anderes gerichtet wird, also der Extrapolation des eigenen Horizontes auf den Horizont aller.

Diese Beobachtung wäre nun für sich genommen kein Grund nachdenklich zu werden. So waren sie schon immer die Intellektuellen und mit der Schaffung der permanenten Publikationsmöglichkeit für alle durch das Internet, sind sie nun in der Lage, nicht nur punktuell in Podiumsdiskussionen oder Zeitungskolumnen die Weisheit in die Welt zu senden. Sendungsaggressivität ist eine konstituierende Eigenschaft des Intellektuellen. Und dass die Sprache der tatsächlichen Beleuchtung der diskutierten Sachverhalte im Wege steht und sie dadurch eher in den Schatten stellt, ist auch nichts wirklich Neues. Aber was mich nun tatsächlich nachdenklich macht: Was schreibe ich hier eigentlich für einen Mist? Will ichvielleicht genau so einen Stil imitieren? Will ich auch Wahrheit predigen, anstelle der Wahrheitsprediger?

Ich muss jetzt erstmal die erste Woche meiner Schreibübungen nochmal gründlich sichten und mich fragen, unter welchen Selbstbeschränkungen es weitergehen soll. Später am Tag werde ich mich mit mir selbst auf ein Regelwerk geeinigt haben. Stay tuned ;-)