Montag, 23. März 2009

Ach wäre ich doch ein schöner Schwan!

In einem eigentlich überflüssigen Artikel im Zeitmagazin bin ich auf den besten Titel für ein Weblog gestoßen, den ich mir vorstellen kann. Wie gerne wäre ich auf diesen Titel gekommen. Und das gerade jetzt, suche ich doch seit einigen Wochen verzweifelt nach einem neuen Namen für BMR. Dem aufmerksamen Verfolger wird der Verpuppungsvorgang kaum verborgen geblieben sein ;-)

Der beste Titel für ein Weblog:
Link

Freitag, 20. März 2009

Wie ich einmal die Süddeutsche abbestellte

Eine meiner besten Das-habe-ICH-gesagt?-Anekdoten ist: Mehrmals schon war ich zufriedener Abonnent der Süddeutschen Zeitung. Schon über diesen Umstand kann man -wenn man möchte- schmunzeln. Möchte ich, aber das würde den Erzählfluss total kaputt machen und daher mache ich das vielleicht mal an anderer Stelle. Oder weiter unten. Auf jeden Fall irgendwo, wo es den Text nicht so aufbläht und die eigentliche Geschichte nicht so überdeckt. Das will dann ja keiner mehr lesen. Apropos "will keiner mehr lesen": Ich wollte die Süddeutsche dann auch irgendwann nicht mehr lesen. Das dokumentierte der große Stapel ungelesener Exemplare jedenfalls eindrücklich. Jeden Tag kam ein Exemplar dazu. Wer liest eigentlich Tageszeitungen diesen Formates? Wie schafft man das und vielleicht ebenso interessant: Was hat man davon? Karl Valentin hat ja mal gesagt, dass er es erstaunlich fände, dass jeden Tag genau so viel passiert, dass es in die Zeitung passe.
Aber ich schweife wieder ab: Ich wollte damals das weitere Anwachsen des Papierberges verhindern und fasste den Beschluss, das Abo zu kündigen. So weit ist das keine tolle Geschichte, klar. Jetzt kommt's aber: Seit einiger Zeit legte damals die Süddeutsche ihrer Ausgabe in regelmäßigen Abständen ein Magazin bei, das den Namen "Golf spielen" trug. Man muss nun bedenken, dass ich die Süddeutsche ja insbesondere daher lesen wollte, weil ich mir von ihr versprach, dass sie die wirtschaftlichen und polititschen Entwicklungen eher mit dem linken Auge betrachtete und somit die ohnehin in mir verfestigte politische Ausrichtung mit tagesaktueller Argumentationshilfe bestärken konnte. Und nun das: Soziale, klassenkämpferische, auf Barrikaden gehende, für das Gute aufbegehrende Berichterstattung hier und dort das Veröffentlichen regelmäßig erscheinender Pamphlete für einen elitären sogenannten Sport. Mir war auch damals klar, dass ich hier die Ausrichtung der Süddeutschen ein wenig zu sehr mit der der taz verwechselte, aber sonst hätte die Emotion einfach nicht funktioniert.
Jedenfalls ließ ich mich tief in den Graben fallen, der zwischen den Welten aufgerissen worden war. Beim Aufprall wusste ich, was nun zu tun war. Sie war gekommen - endlich, die Chance, mit einer coolen Begründung aus meiner papierenen Qual entkommen zu können. Bin ich dann auch. Und irgendwie kann ich es immer noch nicht fassen, dass ich tatsächlichen diesen für mich offensichtlichen Konflikt als Grund für die Beendigung der gemeinsamen Zusammenarbeit zwischen dem Verlag der Süddeutschen Zeitung und mir genannt habe. Der Herr von der Rückgewinnungs-Hotline konnte es damals ebenso wenig glauben, es war aber ein nettes Gespräch.
So, jetzt muss ich hier aber langsam zum Ende kommen. Ich muss hier endlich raus und noch 9 Löcher spielen, bevor die schöne Sonne wieder weg ist.

Freitag, 13. März 2009

Neulich beim Hassprediger

Wir haben einen Auftritt von Serdar Somuncu besucht. War zwar sehr kurz, aber dennoch auch entsprechend weilig.

Zwei Gedanken bereiten mir allerdings Sorgen: Es gab tatsächlich einige Anwesende, die wirkten, als wollten sie sagen: Was nimmt der sich raus, der Türke, so mit mir zu sprechen. Und genauso schlimm: Vermutlich gab es auch einige Anwesende, die nicht ganz verstanden haben, dass das, was auf der Bühne stattfand, auf die Bühne gehört und nicht ein wirkliches Lebensprinzip sein sollte und darüberhinaus auch nicht wirklich zum Selbstversuch anregen sollte. Auch wenn es der Künstler explizit gesagt hat: Nicht machen!

Auf jeden Fall ist es wirklich empfehlenswert, sich das Programm "Hassprediger" anzusehen. Somuncu ist im Mai wieder in der Gegend: 02. Mai in Duisburg, 26. und 27. Mai in Essen und am 28. Mai in Dortmund. Nachzulesen auch unter http://www.somuncu.de/

Von der Schwierigkeit der heiteren Gelassenheit in Krisenzeiten unter besonderer Berücksichtigung der Offensive des FC Schalke 04

Heitere Gelassenheit wird vielfach als der ideale Zustand menschlichen Seins beschrieben. Ich verstehe darunter einen Zustand, der entsteht, wenn man sich von der Bewertung der eigenen Handlungen löst. Er basiert darauf, dass ein Wertesystem nicht auf Leistungen, sondern auf der Beobachtung von Handlungen aufgebaut ist.
Dieses Wertesystem wäre dann nicht quantitativ, also [ungenügend, mangelhaft, ausreichend, befriedigend, gut, sehr gut], sondern qualitativ und beobachtend. Ein solches Wertesystem ermöglicht es, seine Handlungen eben nicht vom erwarteten Ergebnis -also von einer prognostizierten Zukunft- beeinflussen zu lassen, sondern lediglich von der Gegenwart. Anhänger eines quantitativen Wertesystems werden vermutlich sagen, dass das ja nicht unbedingt die besten Ergebnisse produzieren wird. Das wäre natürlich möglich, aber das ist ja möglicherweise auch gar nicht das Ziel. Der Weg zu den Ergebnissen ist jedenfalls der für den Handelnden wertvollere, da er es erlaubt, Ängste, Frustration, aber auch Freude zuzulassen und bewusst zu erleben.
Der Versuch, sich in einem scheinbar objektiven System zu bewegen jedoch, erzeugt lediglich Druck, da der sich Bewegende permanent versucht, seine Handlungen auf die Kriterien abzubilden. Dies kann bis zu einem gewissen Grad förderlich für das Erreichen der qualitativen Ziele sein, wird jedoch -so zumindest meine Beobachtung- bei jedem dann das genaue Gegenteil bewirken, wenn der Druck auch als solcher wahrgenommen wird. Sich erfolgreich in einem quantitativen System zu bewegen ist also vor allem demjenigen möglich, der Druck überhaupt nicht empfindet. Im Grunde führt vor allem eine Methode zu diesem Ziel, nämlich Ablenkung. Ein anderer Aspekt ist in der Arbeitspsychologie ausführlich untersucht worden: Druck (z.B in Form permanenter Beobachtung) kann bei stark repetitiven Handlungen durchaus förderlich wirken, bei kreativen Prozessen jedoch scheint er hemmend zu wirken.
Ein Sportprofi hat einerseits offensichtlich herausragende physische Talente. Er verfügt in der Regel über weit überdurchschnittliche Kraft, Ausdauer und vor allem koordinative Fähigkeiten. Dies allerdings sind Merkmale, die man häufig auch bei Menschen findet, die im mittel- und sogar unterklassigen Bereich Sport treiben. Ist man jedoch auf ein solches Fundstück gestoßen, dann wird es in den meisten Fällen ein großes Defizit im Umgang mit Drucksituationen geben. Die Mehrheit der Sportler, die es bis in höchste Spielklassen geschafft haben, verfügen jedoch nicht nur über die körperlichen, sondern eben auch über die mentalen Voraussetzungen.
Die Spieler des FC Schalke 04 der letzten 10 Jahre sind zweifelsohne mit großer Mehrheit zu den Spitzensportlern zu zählen (Ailton hatte einfach einen sehr kurzen Hals und sah daher etwas spackig aus und Ze Roberto... na ja, große Mehrheit halt, nicht alle). Daher ist davon auszugehen, dass sie auf ihrem bereits zurückgelegten Weg permanent in Drucksituationen waren und scheinbar die meisten dieser Situationen erfolgreich bewältigt haben. Warum hat es dennoch in den vergangenen Jahren trotz mehrfacher Chance nicht dazu gereicht hat, letztlich deutscher Meister zu werden? Ich glaube, dass allein diese Fragestellung schon der größte Teil des Problems ist. Der Druck, der durch diesen Anspruch aufgebaut wird, ist in dieser Form einfach nicht aushaltbar und wird zudem in jedem Jahr größer. So weit ist die Situation der Knappen hinlänglich bekannt und diese Analyse findet man auch regelmäßig im Wald- und Wiesensportjounalismus. Ich möchte nun allerdings dieser Analyse eine -so scheint mir- weitere Facette hinzufügen: Meiner Wahrnehmung nach, ist die Defensive der Schalker Jahr um Jahr ein Prunkstück seiner Zunft. Ich schreibe bewusst meiner Wahrnehmung nach, denn wenn man sich die Abschlusstabellen der letzten Jahre ansieht, dann muss man feststellen, dass die Dominanz in diesem Bereich nur unwesentlich besser ist, als die Platzierung es letztlich aussagt: Seit der Saison 2000/2001 ist der königsblaue s04 im Schnitt 4,0. geworden, hat im Schnitt 36,75 Gegentore zugelassen und ist damit im Schnitt auf die jeweilige Saison gesehen 3,625. So weit, wie ich es im Vorfeld angenommen hätte liegen diese Werte also gar nicht auseinander. Sie sind es aber dennoch, die die herausragende Leistung der letzten Jahre dokumentieren, schließlich sind in diesem Zeitraum lediglich Bayern München (1,75.) und Werder Bremen (3,75.) besser, wenn es um die Tabellenposition am letzten Spieltag geht. Wenn man sich nun aber im Gegensatz dazu die Offensive der Schalker für diesen Zeitraum ansieht, erhält man tatsächlich ein gänzlich anderes Bild: Mit im Schnitt 52,875 geschossenen Toren pro Saison liegt S04 damit im Schnitt pro Saison auf dem 6,5. Platz, wobei diese Zahl sogar noch durch den Umstand geschönt wird, dass das einzige Jahr, in dem Schalke in der Statistik der geschossenen Tore Erster geworden ist, hierzu lediglich 65 Tore ausgereicht haben. Der jeweilige Meister hat übrigens im Schnitt 68 Tore geschossen. Es ist also nicht nur ein emotional gefärbter Eindruck, dass die Offensive nicht so richtig funktioniert, sondern sehr wohl mit Zahlen belegbar. Spürt die Defensive nun also weniger Druck oder ist sie besser darin, den Druck zu bewältigen? Ich glaube, dass es sich wie folgt verhält: Ein Abwehrspieler hat überhaupt keine Zeit, Druck zu empfinden. Durch den Umstand, dass er sich reaktiv und destruktiv verhält, ist er vollauf damit beschäftigt, seinen Gegenspieler zu beobachten und zu bekämpfen. Hierbei hat er nicht die Gelegenheit, sich mit seinen inneren Stimmen zu beschäftigen, die ihn davon überzeugen könnten, dass es ziemlich schwierig sein könnte, das ins Auge gefasste Ziel zu erreichen; der Defensivspieler wird gänzlich von seinem Gegner in Anspruch genommen und letztlich auch gelenkt, selbst wenn er diesen im Sinne seines Zieles, also den Ball zu erobern, beherrscht. Wenn man hingegen einen Offensivspieler betrachtet, so steht er immer vor der Herausforderung, selber zu entscheiden in welchem Augenblick und mit welcher Aktion er sein Ziel, nämlich: den Ball ins Tor zu befördern, erreichen möchte. Er muss neben seinen physikalisch präsenten Gegenspielern also immer auch noch die Zweifel in sich selbst bekämpfen. Diese Überlegung wird zusätzlich dadurch unterstrichen, dass gerade im letzten Jahr eine große Zahl der Tore für Schalke nach Standardsituationen und hier vor allem nach Kopfbällen fielen. In einer Kopfballsituation gibt es schließlich nur begrenzt die zeitliche Gelegenheit, über die Konsequenzen eines Fehlversuches nachzudenken. Darüberhinaus wird auch ein Fehlversuch nicht so hart sanktioniert, in Form von Unmutsäußerungen der Südkurve und Gegengerade wie ein Sololauf von Kuranyi oder Altintop, der durch ein Verfehlen des Tores abgeschlossen wird.
Kann man aus dieser Überlegung etwas lernen? Mach dich nicht verrückt, Schätzelein! Das Schlämmersche Diktum ist hier sicher ein wertvoller Rat. Und doch wird es heute Abend, wenn es gegen Wolfsburg zum ersten Mal seit vielen Wochen wieder darum gehen wird, tatsächlich Anschluss an die Spitzengruppe zu bekommen, wieder erkennbar sein, dass es mal wieder nicht zielführend war, einen Schuldigen zu benennen und diesen zu entlassen, sondern dass das Gesamtsystem Schalke viel Ruhe bräuchte, um das Krankenlager irgendwann verlassen zu können.

Dienstag, 10. März 2009

Wir können auch anders

So, und wie fühlt man sich da? Na? Das soll dir eine Lehre sein!

Mittwoch, 28. Januar 2009

Prolog

Der Prolog tritt auf und er sitzt keinesfalls bereits auf der Bühne. Der Vorhang ist geschlossen. Er wirkt so, als wäre er sich der nächsten Schritte nicht ganz sicher.
Er setzt ein paar Mal an

Prolog: Häufig ist es im Theater ja ganz schön lustig. Da prustet man und lacht man und schlägt sich auf die Schenkel. Und manchmal geht es ganz schön hoch her, die Emotionen kochen über. Gerne wird zum Beispiel Lachen provoziert, indem immer und immer wieder der gleiche Text wiederholt wird. Dabei wird dann das Sprechtempo variiert, die Situation verändert, nur der Text bleibt gleich. Wenn man das dann drei- bis viermal macht, hoho, dann wird es ganz schnell lustig. Wenn die Handlung dann so richtig ins Rollen kommt, dann reicht Lachen schnell nicht mehr. Dann muss irgendwann auch Wut und Verzweifelung gezeigt werden. Da geht's dann darstellerisch natürlich ins Eingemachte. Das ist dann nicht mehr jedem gegeben. Wie würden Sie das machen? --- Ich weiß es jedenfalls auch nicht. Ein gerne verwendetes Mittel: Schreien. Kann man machen. Wirkt allerdings meistens eher laut als wütend oder verzweifelt.

Also soviel jetzt mal zur generellen Abgrenzung. So wird das hier jedenfalls alles nicht. Machen wir nicht, haben wir ja alles schon mal gesehen. Da hat ja keiner was von.

Er spielt jetzt, dass er plötzlich anfängt, zu verstehen, grinst, wendet sich ab. Dann ist er plötzlich wieder unsicher. Er wendet sich wieder dem Publikum zu und öffnet den Mund, schließt ihn wieder. Er wird unruhig. Er öffnet wieder den Mund, wirkt verzweifelt, schließt ihn wieder.
Er geht ab.
Er tritt wieder auf, will anfangen zu sprechen, rennt aber seitlich von der Bühne.
Hinter dem Vorhang wird laut aber unverständlich gestritten, es kommt scheinbar zu Handgreiflichkeiten. Nach einigen Augenblicken tritt ein anderer Darsteller auf die Bühne.

Prolog 2: Entschuldigen Sie bitte das unprofessionelle Hin und Her. Bis zur letzten Probe gab es über den Ablauf dieses Prologs immer wieder Streitigkeiten im Ensemble, jetzt sind sie eskaliert. Es war abzusehen. Wir haben jetzt mal entschieden, dass wir den Prolog heute mal an dieser Stelle beenden und jetzt gleich einfach ins Stück einsteigen. Meine persönliche Meinung ist ohnehin, dass das dem Stück keinen Abbruch tut. Den Rest können sie sich als ziemlich platten Gag vorstellen. Also: Viel Spaß jetzt, es wird ein heiterer Abend mit Tanz und Gesang.

Applaus von hinter dem Vorhang, Prolog 2 tritt ab, der Vorhang öffnet sich langsam und gibt den Blick auf eine leere Bühne frei. 

Dienstag, 27. Januar 2009

Neues vom Wasserstand

Nur weil hier die Meldungen in den letzten Tagen ausgeblieben sind, heißt das nicht, dass ich untätig bin. Ich denke gerade nach. Ich denke über "Verunreinigte Sanitätkeramik" von H.G. Barnabas nach. Ich glaube, ich finde es beschissen.

Donnerstag, 15. Januar 2009

Alles Gute, Jupp!

Schlechtes Essen soll ja der Grund gewesen sein, armer Kerl. Eine Krankheit könnte ihn schließlich im Auge seiner Feinde - insbesondere derer, die sich als Freunde getarnt haben- zu einer leichten Beute werden lassen, da ist es doch wirklich besser, wenn die Bullette schon ein wenig länger in der Auslage reifte.

Es klingt irgendwie stringent, dass die großen Generäle auf dem Schlachtfeld der Finanzen im Ernstfall ins Bundeswehrkrankenhaus gebracht werden. Vielleicht reicht es ja wenigstens für Heimaturlaub.

Was mir Hoffnung macht: 3,9 Millarden Verlust der Deutschen Bank in vergangenen Jahr sollten doch wohl dafür sorgen, dass jetzt wieder ordentlich Personal aufgestockt werden wird. Wäre doch irgendwie logisch, da doch die Rekordgewinne der letzten Jahre stets dafür gesorgt haben, dass im großen Stil Personal abgebaut worden ist. Aber vielleicht haben die ja auch alle nur schlecht gegessen.

Sonntag, 11. Januar 2009

Ehrenfeld 1

Ein Clown -es könnte Ronald McDonald oder ein Weißclown sein, jedenfalls aber ein Clown mit Führungsanspruch- sitzt auf einem Stuhl in der Mitte der Bühne.


Clown (in nach Erkenntnis ringendem Tonfall): "Ist RTL II wirklich der richtige Sender für mich? Sollte ich tatsächlich ein Urlaubsreise auf der MS Deutschland antreten und sei es auch nur für 90 Minuten? Sind Rosamunde-Pilcher-Romane wirklich ein adäquater Zeitvertreib? Nein, nein, nein, schon klar. Aber warum?"


Auftritt der gefallenen Soldaten, Clown wendet sich ihnen zu


Soldat 1: "Meine Vorstellung vom Himmel ist es, einmal einen Rosamunde-Pilcher-Roman zu lesen."

Ein einzelnes Sitcom-Lachen aus dem Off


Clown: "Ach, tatsächlich?"
Soldat 1: "Ja, wirklich, ist doch immer noch besser, als dieses dauernde Rumliegen. Ist nicht so spannend, wie man meint, dieses Totsein."
Clown: "Aber Pilcher? Wenn man so viel Zeit hat, dann kann man doch auch was Vernünftiges lesen."
Soldat 1: "Wenn man so viel Zeit hat, dann kann man ja auch was Triviales lesen."
Clown: "Oder so." (wendet sich kurz wieder dem Publikum zu, wirkt verängstigt)


Soldat 2: "Ach könnte ich doch noch mal auf dem Traumschiff ganz bequem ab Wohnzimmersessel in die wunderbare Welt hinausfahren."


Mehrere einzelne Sitcom-Lacher


Clown: "Ja, aber was ist denn mit Arthouse? Mit dem künstlerisch wertvollem Kurzfilm? Mit Gemälden alter und neuer Meister? Mit... (macht überlegend eine Pause)?"
Soldat 2: "Wenn du dir das rechte Ohr mit deinem rechten Fuß kratzen kannst (nimmt sein linkes Bein in die Hand und kratzt sich am linken Ohr, prustender Sitcom-Lacher), dann wirst du merken, der Unterschied zwischen einem wertvollen und einem wertlosen Kurzfilm ziemlich genau zwei Buchstaben sind."


Clown und Soldat 1 und Soldat 3 zählen an den Fingern die Buchstaben nach

Soldat 3: "Aber RTL II ist wirklich Müll."

Brüllendes Sitcom-Lachen

Clown: "Habe ich es doch gewusst!"

Alle vier verlassen die Bühne und erzählen sich im Abgang noch Herrenwitze, hinterlassen die Bühne als einen Platz im hellen Licht

Dienstag, 6. Januar 2009

Angekündigte Serie gerissen!

Vollmundig hatte der im Vorfeld hochgelobte Erfolgscoach (33, "Der Holger, das ist einer Guter!") angekündigt, dass er mit harten Bandagen gegen den Schlendrian vorgehen würde, der sich in die Truppe der Konsonanten, Vokale, aber auch der regelmäßig eingesetzten Umlaute aus dem Nachwuchsbereich eingeschlichen hatte. Doch wie so viele zuvor war auch er an der Erwartungshaltung der Anhängerschaft gescheitert.

Hier ein vergebener Wortwitz, ein vertändelter Gedanke dort: Auf dem Traditionsblog BMR bleibt das alles nicht lange folgenlos. Hier, wo harte Arbeit und der tägliche Kampf um die eigenen Existenz noch etwas zählen, werden solche Fehler nicht häufig vergeben, vergessen indes werden sie nie. Man wird nun abwarten müssen, wie sich das Verhältnis zwischen Coach und den zu drastischen Maßnahmen neigenden Anhängern in den kommenden Tagen entwickeln wird. Eine Eskalation kann jedenfalls mittlerweile nicht mehr ausgeschlossen werden, vielmehr gilt sie in gut unterrichteten Kreisen als durchaus wahrscheinlich.

Kleinlaut aber kämpferisch gibt jedenfalls der Coach zu Protokoll: "Ja gut, ich habe sicher -Stand heute und jetzt- den einen oder anderen Fehler begangen. Aber wir sind Profis und müssen jetzt auch aus diesen Situationen lernen. Ich war noch nie in einer solchen Situation, aber ich denke, dass die Jungs eine gute Mischung aus Erfahrung, Spielwitz und Frische haben. Es ist nicht mein Stil, hier jetzt den einen oder den anderen hervorzuheben, aber wenn man sich A, s oder gerade auch den jugen ö mal beim Training ansieht, dann darf man mit Zuversicht in die Zukunft sehen. Warten wir mal die nächsten Montage ab. Ich kann hier nur appellieren: Gebt uns einfach ein bisschen Zeit!"

Man darf gespannt sein, wie er mit der Zeit umgehen wird. Die Uhr tickt.

Montag, 5. Januar 2009

Verrückt

Heute war er wieder da. Verrückt. Ich fürchte, dass ich wahnsinnig werde. War Meister Eder eigentlich wirklich Schreiner? Oder war der in Wirklichkeit produktiver Insasse einer geschlossenen Abteilung? Diese bayerische Mundart kam mir ja immer irgendwie spanisch vor. Oh je, jetzt auch noch ein unbändiger Drang nach peinlichen Wortspielen. Verrückt. Ich fürchte, dass ich wahnsinnig werde. Als ich in der vergangenen Woche zum ersten Mal in Begleitung an meinem kleinen Freund auf der A40 vorbeifuhr, war er plötzlich verschwunden. So war es ja bei dem rothaarigen Kerl mit dem Reimzwang auch. Der blieb irgendwann beim Meister hängen und fortan konnte er sich nicht mehr lösen. Viel gelacht hat er aber dennoch. Und der Meister auch. Es ist ja immer das, was man draus macht. Ich glaube, dass er heute wieder da war. Gelächelt habe ich und dabei irgendwie meine Perspektive ein kleines Stück verrückt.