Der Prolog tritt auf und er sitzt keinesfalls bereits auf der Bühne. Der Vorhang ist geschlossen. Er wirkt so, als wäre er sich der nächsten Schritte nicht ganz sicher.
Er setzt ein paar Mal an
Prolog: Häufig ist es im Theater ja ganz schön lustig. Da prustet man und lacht man und schlägt sich auf die Schenkel. Und manchmal geht es ganz schön hoch her, die Emotionen kochen über. Gerne wird zum Beispiel Lachen provoziert, indem immer und immer wieder der gleiche Text wiederholt wird. Dabei wird dann das Sprechtempo variiert, die Situation verändert, nur der Text bleibt gleich. Wenn man das dann drei- bis viermal macht, hoho, dann wird es ganz schnell lustig. Wenn die Handlung dann so richtig ins Rollen kommt, dann reicht Lachen schnell nicht mehr. Dann muss irgendwann auch Wut und Verzweifelung gezeigt werden. Da geht's dann darstellerisch natürlich ins Eingemachte. Das ist dann nicht mehr jedem gegeben. Wie würden Sie das machen? --- Ich weiß es jedenfalls auch nicht. Ein gerne verwendetes Mittel: Schreien. Kann man machen. Wirkt allerdings meistens eher laut als wütend oder verzweifelt.
Also soviel jetzt mal zur generellen Abgrenzung. So wird das hier jedenfalls alles nicht. Machen wir nicht, haben wir ja alles schon mal gesehen. Da hat ja keiner was von.
Er spielt jetzt, dass er plötzlich anfängt, zu verstehen, grinst, wendet sich ab. Dann ist er plötzlich wieder unsicher. Er wendet sich wieder dem Publikum zu und öffnet den Mund, schließt ihn wieder. Er wird unruhig. Er öffnet wieder den Mund, wirkt verzweifelt, schließt ihn wieder.
Er geht ab.
Er tritt wieder auf, will anfangen zu sprechen, rennt aber seitlich von der Bühne.
Hinter dem Vorhang wird laut aber unverständlich gestritten, es kommt scheinbar zu Handgreiflichkeiten. Nach einigen Augenblicken tritt ein anderer Darsteller auf die Bühne.
Prolog 2: Entschuldigen Sie bitte das unprofessionelle Hin und Her. Bis zur letzten Probe gab es über den Ablauf dieses Prologs immer wieder Streitigkeiten im Ensemble, jetzt sind sie eskaliert. Es war abzusehen. Wir haben jetzt mal entschieden, dass wir den Prolog heute mal an dieser Stelle beenden und jetzt gleich einfach ins Stück einsteigen. Meine persönliche Meinung ist ohnehin, dass das dem Stück keinen Abbruch tut. Den Rest können sie sich als ziemlich platten Gag vorstellen. Also: Viel Spaß jetzt, es wird ein heiterer Abend mit Tanz und Gesang.
Applaus von hinter dem Vorhang, Prolog 2 tritt ab, der Vorhang öffnet sich langsam und gibt den Blick auf eine leere Bühne frei.